2019 ist schon vorbei, sagt jedenfalls die Erde!

Wäre die Erde ein Supermarkt, hätte er gestern bereits aufgrund von Lieferschwierigkeiten bis Ende des Jahres geschlossen. Denn gestern, am 29. Juli war der sogenannte „Erdüberlastungstag“, auch als „Earth Overshoot Day“ bekannt. Dies bedeutet, dass wir sinnbildlich die natürlichen Ressourcen, die binnen eines Jahres in der Natur nachwachsen können, für das Jahr 2019 aufgebraucht haben und ab heute bis zum 31. Dezember von den „Rücklagen“ der Erde leben.

Quelle: Eigene Darstellung

Dieser Kampagnentag, der vom Global Footprint Network ins Leben gerufen wurde, soll dem Menschen vor Augen führen, dass unsere Lebensweise nicht nachhaltig ist und mit jedem Jahr mehr Ressourcen verbraucht werden als auf natürliche Art und Weise nachwachsen können.

Wie alarmierend unnachhaltig wir uns entwickelt haben, zeigt bereits ein Blick in die jüngste Vergangenheit. Noch vor 40 Jahren fiel der Erdüberlastungstag auf den 29. Oktober. Vor 20 Jahren rückte der Tag bereits einen Monat vor auf den 29. September. Und im Vergleich zu 2018 haben wir die natürlichen Ressourcen der Erde bereits 3 Tage eher verbraucht!

Ungleiche Verteilung der Ressourcen

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die 7,6 Mrd. Menschen, die derzeit auf der Welt sind, 1,75 Erden benötigen, um nachhaltig zu leben. Dies spiegelt jedoch nur den globalen Durchschnitt wieder. Vergleicht man den Ressourcenverbrauch verschiedener Länder, wird einem schlagartig bewusst wie ungleich die Ressourcen verbraucht werden. Denn nur 16 Prozent der Weltbevölkerung verbrauchen rund 80 Prozent der verfügbaren Ressourcen.

Allein durch unseren Lebensstil in Deutschland würden wir 3,2 Erden benötigen. Dementsprechend macht der Deutsche bereits seit dem 03. Mai Schulden bei der Erde! Unübertroffen in Sachen Ressourcenverschwendung sind jedoch die Länder Katar (9 Erden), Luxemburg (7,7 Erden) oder auch die Vereinigten Arabischen Emirate (5,5 Erden). Kaum vorzustellen wie die Welt aussehen würde, wenn die beiden bevölkerungsstärksten Länder Indien (0,6 Erden) und China (2,2 Erden) einen vergleichbaren Lebensstil pflegen würden.

Wie nachhaltig leben Sie?

Finden Sie heraus wieviele Welten Sie selbst benötigen würden und messen Sie ihren Ökologischen Fußabdruck: hier! Denn der erste Schritt zu einer nachhaltigen Lebensweise ist das Wissen darüber, wie nachhaltig man wirklich lebt.

Samenbank auf Spitzbergen: Schützt vor Bedrohungen. Bedroht durch Klimawandel.

Was ist es?

Eingang zur pflanzensamenbank auf Svalbard
Die Samenbank auf Spitzbergen. Bild: CC-BY 黃逸樂(世界首窮)

Nein nein, nicht die Sorte Samenbank. Eine richtige Samen-Bank mit Pflanzensamen: Der globalt sikkerhetshvelv for frø på Svalbard dient dazu, eine „Sicherheitskopie“ von Samen der 21 wichtigsten Kulturpflanzen zu lagern. Damit wird die weltweite Lebensmittelversorgung für den Fall richtig großer Katastrophen abgesichert.

Wo und wie macht man das?

  • Schön kalt – damit die Samen lange keimfähig bleiben
  • Schön kalt auch bei Stromausfall, denn man braucht die Samen im Fall einer globalen Katastrophe, da gibt’s vielleicht keinen Strom
  • Weit weg – damit eine eventuelle Katastrophe in Bevölkerungszentren nicht die Samenbank mit auslöscht
  • Muss ohne Menschen funktionieren, denn die haben mit einer Katastrophe zu tun oder sind vielleicht gar nicht mehr da
  • Hoch genug – damit ein Meeresspiegelanstieg die Samenbank nicht einfach volllaufen lässt

Auf Spitzbergen sind diese Bedingungen gut erfüllt. Eine ehemalige Kohlegrube, 120m über heutigem Meeresspiegel, wurde ausgebaut. Es steht unter norwegischer Verwaltung und damit zur Zeit sicherlich weit außerhalb der Hände despotischer Regierungen. Spitzbergen ist wirklich weit weg, aber nicht unerreichbar, und es ist kalt.

Kalt genug?

Eigentlich ist Spitzbergen im Permafrostgebiet. Der Boden ist konstant gefroren und sichert so die Kühlung auch bei Stromausfall.

Im Mai 2017 wurden dann plus 7 Grad Celsius statt minus Vier erreicht und es regnete (Regen, statt Schnee!). Damit war es im Mai schon wärmer als im Spitzbergen-Hochsommer.

Große Mengen Eis schmolzen, liefen in den Eingangstunnel und gefroren dort wieder. Damit war der Zugang blockiert.

Ergebnis

Der Klimawandel schreitet in der Arktis anscheinend viel schneller voran als erwartet. Die Samenbank muss zur Zeit ständig bewacht werden – was eins der wichtigen Kriterien für einen solchen Ort verletzt.

Umso wichtiger, das wir in Birkenwerder den Vorgang nicht noch durch Ausstoss von Treibhausgasen weiter beschleunigen.