Abschlussgutachten Kommunale Wärmeplanung der Gemeinde Birkenwerder
Um das vollständige Gutachten zu lesen, bitte hier klicken: Abschlussgutachten Kommunale Wärmeplanung der Gemeinde Birkenwerder (PDF)
Allgemeine Kurzinfo
Die Gemeindevertretung Birkenwerder hat den im Rahmen eines Beteiligungsprozesses erstellten Kommunalen Wärmeplan für die Gemeinde Birkenwerder mit Stand 11/2025 am 24.02.2026 beschlossen.
Damit hat Birkenwerder schon frühzeitig die Pflichtaufgabe aus dem § 23 des Wärmeplanungsgesetzes erfüllt und kann den Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in den Ist-Zustand der Wärmeversorgung sowie sich daraus ergebende Möglichkeiten für eine zukünftige Wärmeversorgung geben.
Das Abschlussgutachten der Kommunalen Wärmeplanung ist als Strategiedokument für kommunale Handlungsoptionen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Bereich der Wärmeversorgung innerhalb Birkenwerders zu verstehen.
Im Wärmeplan wird nach Vorgabe des WPGs eine schrittweise Umsetzungsstrategie dargestellt, wie bis zum Zieljahr 2045 das sogenannte Netto-Null an Treibhausgasemissionen erreicht werden könnte.
Die einzelnen Schritte sind jeweils auf 5 Jahre festgelegt und dann zu aktualisieren. Dabei wird überprüft, inwieweit die Umsetzungsstrategie durchführbar ist. Dies wird dokumentiert und die Strategie gegebenenfalls angepasst.
Der Kommunale Wärmeplan hat keine rechtliche Außenwirkung und begründet keine einklagbaren Rechte oder Pflichten.
Das bedeutet auch, dass das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die Nutzung von 65% Erneuerbaren Energien beim Heizen (§71 Abs. 8 GEG) nicht vorzeitig greifen kann, sollte eine Kommune schon vor Ablauf der Frist einen Wärmeplan vorlegen.
Nur wenn die Kommune sich nach einer Machbarkeitsstudie dazu entschließen sollte, ein Gebiet rechtsverbindlich als Wärmenetzausbaugebiet auszuweisen, greift die Vorgabe des GEG früher.
Kurzzusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
Zugrunde liegt ein Vollkostenvergleich über die Endkosten für die VerbraucherInnen, der folgende Versorgungsarten berücksichtigt (ab Seite 41):
- Dezentrale Beheizung: Bedeutet, dass sich in diesem Gebiet die Bürgerinnen und Bürger bis 20245 in jedem Fall individuell mit Heizsystemen versorgen müssen, die die Wärme aus regenerativen Energien nutzen. Dazu gehören z.B. Wärmepumpen und Biomassekessel.
- Fernwärmenetze: Bedeutet, dass Wärme aus erneuerbaren Energien (z.B. Großwärmepumpen oder tiefe Geothermie) oder industrieller Abwärme über isolierte Rohrsysteme zentral zu Wohn- und Gewerbegebäuden transportiert wird. Damit sich der Ausbau eines solchen Netzes lohnt, muss im Ortsgebiet eine hohe Wärmedichte herrschen, also ein hoher Gesamtwärmeverbrauch auf relativ engem Raum.
- Transformation des Erdgasnetzes: Bedeutet, dass das bestehende Gasverteilnetz schrittweise auf eine 100%ige Versorgung mit grünen Gasen wie z.B. Biomethan umgestellt wird.
Auf dieser kostenbasierten Betrachtung für den Endverbraucher und die Endverbraucherin wurde das Gemeindegebiet in Eignungsgebiete eingeteilt (ab Seite 46).
Es ergeben sich in Birkenwerder zwei Szenarien (ab Seite 52):
Szenario 1 ergibt, dass die beheizten Gebäude innerhalb der Gemeinde Birkenwerder je nach Preisentwicklung und Finanzierbarkeit durch Wärmenetze und Dezentrale Versorgung beheizt werden könnten. Je nachdem, welchen Preis man für Fernwärme annimmt, verändert sich die Eignung. Deswegen wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt (s. Seite 54 und 55), um sichtbar zu machen, welche Gebiete auch unter teureren Bedingungen für ein Fernwärmenetz sehr gut geeignet wären und sind als Potenzialgebiete 1 bis 4 im Fachgutachten dargestellt:
- Quartier 1: Zentrum (s. Seite 64-65)
- Quartier 2: Klinik (s. Seite 66)
- Quartier 3: Bergfelder Str. (s. Seite 67)
- Quartier 4: Gewerbegebiet (s. Seite 68)
Die Potentialanalyse für die Erschließung lokal verfügbarer erneuerbarer Wärmequellen ergab, dass es sich zunächst lohnen könnte, folgende Potentiale auf ihre technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit zu untersuchen:
- Nutzung von Umweltwärme: See- und Flussthermie (s. Seite 37-38)
- Nutzung von Abwasserwärmepotentialen (s. Seite 37)
- Abwärme am Standort der Asklepios Klinik Birkenwerder (s. Seite 38)
Szenario 2 ist abhängig von den Gasversorgen, die während der Erstellung des Wärmeplans prognostizierten, dass sie bis zum Jahr 2030 Birkenwerder über das Gasnetz mit Biomethan versorgen können. Biomethan zählt zu den regenerativen Energien. In diesem Fall wären weite Teile von Birkenwerder über das bestehende Gasnetz versorgt (s. Fachgutachten Seite 55, Abb. 48)
Sollten Sie Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung haben, wenden Sie sich gerne an:
Gemeinde Birkenwerder
E-Mail: s.olischlaeger(Ersetze diese Klammer mit dem @-Symbol)birkenwerder.de
Telefon: 03303 290-138


